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Know-how vom Rhein für Indien
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06-2007/1898
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Quelle: Neuss-Grevenbroicher-Zeitung, STEFAN KOCH
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Rhein-Kreis Neuss - Know-how vom Rhein für Indien
VON STEFAN KOCH, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung Mönchengladbach An der Grenze zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Mönchengladbach leitet Achim Schulz das Unternehmen „Diamant“ - Gesellschaft für Metallplastic in der fünften Generation. Der mittelständische Betrieb besteht seit 1886 und produziert Materialien, die man vor allem für die Reparatur und Erhaltung von Stahlprodukten benötigt. Der umtriebige Unternehmer sucht dauernd neue Märkte für seine Produkte. Seit etwa 25 Jahren bereist er unter anderem Indien, weil er früh erkannt hat, dass „Indien einer der größten Zukunftsmärkte der Welt ist.“ Im Indo German Institute of Technologies (IGIT) und dem beim Rhein-Kreis angesiedelten Indo-German Office NRW (IGO) hat er zwei Partner gefunden, mit denen er die Entwicklung der deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen entscheidend vorantreiben kann. Schulz organisierte nun in seinem Haus den ersten Rhein-Indien-Tag. Insbesondere das große Interesse von Wissenschaftlern fiel dabei ins Auge. Die RWTH Aachen war ebenso vertreten wie die TU Braunschweig, die FH Aachen, die FH Niederrhein und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Schulz konnte am Ende des Tages zwei handfeste Ergebnisse vorweisen: Mit Unterstützung von Professor Stefan Böhm stellte er das bemerkenswerteste Projekt vor. Böhm arbeitet für das Institut für Füge- und Schweißtechnik der TU Braunschweig. „Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es Stahlkonstruktionen aus Material, das nicht mehr hergestellt wird und vor allem kaum schweißbar ist. Wir wollen mit ,Construvation’ in den nächsten beiden Jahren in Zusammenarbeit mit der RWTH und ,Diamant’ ein Metall-Polymer entwickeln, mit dem preiswerte Reparaturen möglich werden“, umriss der Wissenschaftler die Aufgabenstellung. Die Beteiligten stellen sich vor, dass quer zu den Rissen in der Konstruktion kleine Ausfräsungen vorgenommen werden. In sie wird das „Diamant“-Produkt verfüllt. Nach dem Aushärten werden Riegel entstanden sein, die mit ihren metallischen Eigenschaften die auftretenden Kräfte übernehmen können. „Wir wollen das Reparaturverfahren so gestalten, dass es bei jeder Witterung und jedem Verschmutzungsgrad anwendbar ist“, ergänzte Böhm. Erste Vorversuche seien erfolgversprechend verlaufen. Da Indien über viele alte Stahlbrücken und Eisenbahn-Fahrzeuge verfügt, ist das Projekt für Schulzes indische Gesprächspartner sehr interessant. Dementsprechend liegt von der indischen Seite auch eine Absichtserklärung vor, allerdings mit der Bedingung, dass die indischen Normen erfüllt werden. Böhm ist voller Zuversicht: „Unsere deutschen Normen sind erheblich schärfer als die indischen.“ Das zweite konkrete Erfolgsbeispiel des ersten Rhein-Indien-Tags war die Übereinkunft zur Produktion und Vermarktung von Feinstluftlagern neuester Generation. Dr. Peter Langenbeck erklärte hierzu: „Luftlager kommen im Präzisionsmaschinenbau vor. Hierbei ermöglicht ein Luftfilm die fast reibungsfreie Bewegung zweier Maschinenteile aufeinander.“ Klassische Beispiele sind Werkzeugmaschinen, bei der die bearbeitenden Werkzeuge mit geringsten Toleranzen geführt werden müssen. Ein neuer „Diamant“-Gleitbelag, der perfekte Gleiteigenschaften besitzt, aber verschleißfester als Stahl ist, hat Langenbeck die Entwicklung neuer aerostatisch-dynamischer Lager ermöglicht. Sie sollen vor allem in Mess- und Bearbeitungsmaschinen sowie Hochgeschwindigkeitsspindeln eingesetzt werden. |
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